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Sticharten:
Um den Stoffrand bei zugeschnittenem Hardanger-Stoff nicht ausfransen zu lassen, empfiehlt es sich zuerst den Rand des Arbeitsstückes auszuführen. Einfacher ist es natürlich den Stoff mit einem Faden zu umstechen wenn der Rand später anders verarbeitet werden soll.
Ich verarbeite Ränder an gestrickten Jacken, weil fester und einfacher zu arbeiten, indem ich sie umhäkele.
Bei dieser Methode lassen sich Knopflöcher besser herstellen.
Anfangs- und Endfäden, die vernäht werden müssen, lassen sich sehr gut befestigen, indem man einige Stiche vor und zurück näht bevor der Faden abgeschnitten wird.
In meinen Stricksachen sind die Noppen grundsätzlich gehäkelt, da sie einfacher zu arbeiten sind und obendrein noch besser aussehen.
Einmal können die Noppen beim Stricken in das Strickstück eingearbeitet oder nachträglich aufgenäht werden.
Eingestrickte Noppe:
Die eingestrickte Noppe wird aus einer Masche herausgearbeitet indem man drei Luftmaschen häkelt und zusätzlich in die Masche drei halbabgemaschte Stäbchen. Die auf der Nadel befindlichen Schlingen werden mit einmal zusammengehäkelt. Die nun wieder einzelne Masche wird auf die rechte Nadel genommen. Nun kann weiter gestrickt werden.
Aufgenähte Noppe:
Aus einer Fadenschlinge werden drei Luftmaschen gehäkelt. Dazu arbeitet man drei halbabgemaschte Stäbchen. Die entstandenen Schlingen werden zusammen abgehäkelt. Ein Stückchen Faden stehen lassen zum Vernähen. Da wo am Strickstück die Noppe aufgenäht werden soll, zieht man den Anfangs- und Endfaden auf die linke Seite und verknotet sie. Dann werden beide Fäden vernäht.
In gehäkelten Kanten brauchen Knopflöcher nicht bearbeitet werden. Bei Strickkanten empfiehlt es sich, je nach Grösse des Knopfloches, dieses zu umstechen.
In Stricksachen werden Knöpfe am besten mit Steg angenäht. Der Steg entsteht dadurch, dass beim Annähen die Fäden nicht fest angezogen werden. Die lockeren Zwischenfäden zwischen Knopf und Strickstück werden umwickelt und der Faden dann vernäht.
Bei Stricksachen die aus unterschiedlichen Strickfeldern bestehen, arbeitet man an besten mit verschiedenen Knäueln gleichzeitig. Jedes Feld braucht ein eigenes Knäuel. Beim Wechsel von einem Feld zum anderen werden die unterschiedlichen Fäden auf der Rückseite verkreuzt. Zur Arbeitserleichterung erhält jedes Knäuel einen eigenen Behälter. Dadurch ist das Verheddern der Knäule zu vermeiden.
Bei allen Stickarten ist die Verwendung eines Stickrahmens unbedingt zu empfehlen.
Der zu bearbeitende Stoff braucht eine bestimmte Spannung, die man durch das Spannen des Stickrahmens erreicht.
Dazu muss die Spannschraube oft sehr fest angezogen werden.
Bei den oft kleinen Schrauben benutze ich dazu einen Schraubenzieher um die Finger zu schonen.
Arbeitsstücke, das sind nicht nur die Musterbereiche, sondern auch Deckchen, Kissenplatten oder grosse Tischdecken, sollten grundsätzlich von den Mitten aus aufgeteilt werden.
Dazu benutzt man zweckmässig einen kontrastfarbenen Faden der die Orientierung sehr erleichtert. Dieser Faden wird durch das Gewebe gezogen.
Die Abbildung zeigt (schwarz) die Aufteilung von der Mitte her. Die roten Kontrastfäden können nach Bedarf eingezogen werden. Oft genügt jedoch schon das schwarze Mittelkreuz.
Bei normaler Stickarbeit (Kreuzstich) wählt man 5-er Fadengruppen. Bei Hardanger empfiehlt es sich mit 4-er Fadengruppen zu arbeiten, da auch über 4-er Fadengruppen gestickt wird. Siehe dazu auch Zählhilfe.
Strumpfstricknadeln sollten bei stehender Aufbewahrung eine weiche elastische Unterlage haben.
Rundstricknadeln sollten hängend aufbewahrt werden, weil sich dadurch das weiche Mittelstück nicht aufrollen kann.
Speziell neue Rundstricknadeln sollten umgehend aus der Umverpackung genommen werden um sie, wie im Foto zu sehen ist, durch ihr Eigengewicht langsam zu strecken.
Sind die Nadeln grösser, z.B. ab Nadelststärke 4, kann es helfen diese mit Heissluft zu behandeln. Eine Garantie für den Erfolg ist das leider nicht.
Darum hier auch ein idealer Aufbewahrungsort im Winter - an der warmen Heizung hängend.

Beim Kordonierstich wird zuvor ein Faden eingelegt und dann der Rand mit dichten Stichen befestigt.
Hier wird der Rand mit einem Langettenstich gesichert. Die Schlinge kann (muss nicht wie im Bild) beim Erfassen gedreht werden.
Ebenfalls ein Langettenstich; orientieren Sie sich bezüglich der Fadenlage am Bild. Für eine sehr feste Kante müssen die Stiche sehr dicht nebeneinander liegen.
Für diesen Zierstich, wieder vom Typ Langette, wird der Rand mit weitläufigen Stichen befestigt. Nun wird ein Faden mit einer anderen Farbe um die waagerechten Verbindungsfäden geschlungen. Für eine optimale Wirkung sollten die Langettenstiche den gleichen Abstand haben.
Dieser Zierstich einer beliebigen Farbe zeigt die Verbindung zweier Ränder, nachdem diese zuvor wieder mit dem Langettenstich gesichert wurden. Orientieren Sie sich an der Abbildung, sie ist selbsterklärend.
Hexenstich:
Als Zierstich wird er genutzt um kleine Flächen zu füllen. Die häufigste Verwendung ist jedoch die Bordürenstickerei (keine Abbildung.
Holbeinstich:
Unterlage für diesen Stich ist i.d. Regel ein zählbares Fadengewebe. Die hin- und hergehenden Stickreihen, aber auch hinauf und hinunter zu arbeitenden Stickreihen können so leicht zu einem frei gestaltbaren Zählmuster anordbar (kein Muster).
Kettenstich:
Ebenfalls ein Linienstich, wird er angewendet um Konturen durch Umstechen noch besonders zu betonen (keine Abbildung).
Knötchenstich:
Die Wirkung entsteht, weil der Stich durch die Knötchenbildung als Effekt auf dem Stoff aufliegt. die jeweilige Anordnung ist in allen Richtungen völlig frei gestaltbar (keine Abbildung).
Kreuzstich:
Üblicherweise wird im deutschen Sprachraum der sogenannte dänische Kreuzstich angewandt. Anscheinend gehen auch diverse Fachpublikationen von diesem Kreuzstiches aus. Lassen wir es also dabei. Erklärt werden braucht er sicher nicht, da es angeblich die meist verwendete Stichart ist, ausgenommen vielleicht zumindest feine und lose gewebte Stoffe.
Plattstich:
Diese Stichart wurde durch die Ausweitung der Hardanger Stickerei wieder bekannter. Anwendungsbeispiele sehen Sie unter Muster-3 und unter Plattstich.
Steppstich:
Als "Linienstich" eignet er sich gut um Konturen an Stickereien zu umstechen (keine Abbildung).
Stielstich:
ähnlich dem Steppstich, nutzt man ihn um geschwungene Konturen an Stickereien zu umstechen (keine Abbildung).
Schattenstich:
Er wird weniger genutzt und sollte im Stickrahmen genutzt werden (keine Abbildung).
Schlingenstich:
Die Besonderheit dieses Zierstiches liegt darin, dass er u.a. für Kurven genutzt wird um so z.B. Blütensterne zu formen (keine Abbildung).
Spannstich:
Wie auch der Schlingenstich, kann mit dem Spannstich frei in alle Richtungen gearbeitet werden. Blattformen, oder der Zweig einer Fichte oder auch Blütenformen sind ein Einsatzzweck (keine Abbildung).
In vielen Anleitungen, speziell vom Handel, ob nun im Online-Verkauf oder vor Ort oder im normalen Versandhandel, die gleichzeitig auch Stoffe verkaufen wird oft dazu geraten, unbedingt mehr als nur die exakten Abmessungen zu kaufen. Es liegt halt im Interesse des Handels.
Wer sicher ist was er tut, weiss auch wieviel eingekauft werden muss. Wer regelmässig arbeitet kauft ohnehin Stoff in Abmessungen ein, deren Reste so bemessen sind, dass diese immer noch für kleinere Arbeiten verwendet werden können. Die Ausnutzung des Materials, das gilt auch für Garne, sollte ohnehin optimal sein, was sich schnell erlernen lässt.
Textilkleber, umgangssprachlich auch als Stoffkleber bekannt, ist ein sehr hilfreiches Mittel um z.B. Stoffkanten vor dem Ausfransen zu schützen. Bei Durchbruchmustern, z.B. Hardanger, ist das oft die bessere Lösung als mit der Nähmaschine eine Kante abzunähen.
Tragen Sie den Kleber (bei Hardanger) an der äussersten Kante des Modelles von der linken Seite vorsichtig auf. Nachdem der Kleber trocken ist, wird dieser Rand mit Langettenstichen umarbeitet. Durch das vorherige Abkleben des Stoffes ist das Abschneiden des überstehenden Stoffes weniger problematisch. Sehen sie im Foto noch eine Darstellung des Langettenstiches, wie auch weiter oben.
Beachten Sie hierzu den Tipp Stickfäden abmessen so erledigt sich für Sie weitgehend dieser Punkt.
Die sicherste Methode, Flecken zu beseitigen, ist die Methode mit Eis. Das bestickte Strickstück wird in ein passendes Gefäss gelegt und dann mit Eiswürfeln bedeckt.
Das Eis versucht nun, meistens mit Erfolg, diesen Fleck quasi wegzukühlen. Wenn alles Eis geschmolzen ist, kann man das Stick- oder Strickgut wieder wegnehmen und sich gratulieren. Bei Bedarf kann diese Prozedur einigemale wiederholt werden. Ich selbst habe es noch nicht probiert. Es soll aber bei den sehr vielen Flecken von Erfolg gekrönt sein.
Um eine optimale Länge zu erhalten, da gibt es umständliche und praxisfremde Lösungen. Was ich hier anbiete ist jedoch praxisnah und hat sich seit zig Jahren immer wieder bewährt:
Papierhülse von der Docke abstreifen und die Nummernhülse zur Seite legen.
Diese Art der Aufteilung von Stickgarn ist für mich rationell. Es entstehen keine zu kurzen Restfäden die nicht verwendet werden können.
Planen Sie gut ihre Strickteile. Lieber ein oder zwei Knäuel zu viel kaufen, die ja zurückgegeben werden können oder anderweitig bei ihnen Verwendung finden. Grundsätzlich sollten die Partienummern auch immer den selben Farbton nachweisen. Aber - es gibt gelegentlich selbst da geringe Differenzen. Die Gründe? Lassen wir das. Trotzdem sollten Sie bei grösseren Mengen und einfarbiger Wolle das kontrollieren.
Ist es doch einmal passiert, also doch geringe Unterschiede bei gleicher Farbpartie oder es wurde doch zu wenig Wolle eingekauft, so ist das i.d. Regel immer noch zu kaschieren. Heben Sie sich die Banderolen/Ettiketten bitte auf, damit ggf. bei Bedarf (soweit verfügbar) dieselbe Partienummer nachbestellt werden kann.
Wenn also doch minimale Farbnuancen erkennbar sind gibt es Möglichkeiten, die jedoch weitgehend von der Farbe und der Musterung abhängig sind. So gut wie nicht zu sehen ist dann die Verwendung in Bündchen oder am Kragen. So vorhanden, auch in einer Knopfleiste.
Wird im Farbrapport gestrickt, so verwenden Sie im wechselnden Rapport die andere Farbpartienummer. Wenn nichts mehr hilft - dann hilft beim vorgenannten Beispiel vielleicht nur noch, bereits gestrickte Bündchen oder ähnliche Teile aufzuribbeln und um so die Farbnuancen der Partienummern auszutauschen.
Garn anfeuchten - eher nicht. Häufig ist das Garn dann nicht so gleitfähig, es rutscht schlechter.
Bedenken Sie immer, dass zu viel Theorie die Lust am Handarbeiten verleiden kann.
- ms/hs -
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Letzte Änderung: 24/05/2010 - 22:36 Uhr